Zimt (Ceylonzimt)

CINNAMOMUM ZEYLANICUM BL.
Lorbeerbaumgewächse, LAURACEAE

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die geschälte Rinde und das daraus gewonnene ätherische Öl.

Drogenbezeichnung: Zimt = CINNAMOMI ZEYLANICI CORTEX (früher: CORTEX CINNAMOMI), Zimtöl = CINNAMOMI ZEYLANICI AETHEROLEUM (früher: OLEUM CINNAMOMI).

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Die in der Apotheke gebrauchte Zimtrinde stammt von einem auf Ceylon heimischen Baum. Die zylindrischen Zweige tragen gegenständig große ovale, kurzstielige Blätter, die nach Nelken duften. Die rispigen Blütenstände sind armblütig, die Blüten weißlich-grün und unscheinbar.

Zimt 2

Ernte und Aufbereitung: Die Zimtrinde stammt fast ausschließlich aus Kulturen, die in der Nähe von Gewässern angelegt werden, da die Pflanzen viel Grundwasser brauchen.

Nach einigen Jahren ungestörter Entwicklung schlägt man die Stämmchen ab, damit sich an den Stümpfen Schößlinge bilden können. Nach etwa 2 Jahren werden diese Schößlinge zur Gewinnung der Droge abgeschnitten und von den Blättern befreit. In Abständen von 20 cm schneidet man rundherum ein und verbindet die Einschnitte mit Längsschnitten. Mit falzbeinartigen Messern wird die Rinde abgelöst. Zum Schälen zieht man die Rinde über einen Stock aus Zimtholz und schabt mit einem stumpfen Schälmesser die Außenschicht der Rinde ab. Mehrere abgeschabte Rindenstücke steckt man ineinander und hängt sie zum Trocknen auf. Nach dem Trocknen, das meistens im Freien an der Sonne geschieht, wird die Rinde sortiert und kommt so zum Versand.

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Ätherisches Öl mit Zimtaldehyd und Eugenol, das in guter Droge mindestens zu 1 % enthalten sein soll, Schleim und Gerbstoff.

Heilwirkung und Anwendung: Obgleich Zimt als ätherische Öldroge medizinisch durchaus als Magenmittel verwendbar wäre, scheint es der intensive Geruch zu sein, der die Zimtrinde als Arzneimittel verdrängt hat. Man gebraucht sie medizinisch in der Hauptsache als Geschmackskorrigens in Form von Zimtwasser oder als Zimtrinde gelegentlich noch in Magentees.

Die sogenannten Zimt-Tropfen zur Stillung übermäßiger Monatsblutung sind mehr als Mittel der Volksmedizin zu betrachten, was auch auf die Mischung von Zimtöl mit Nelkenöl gegen Zahnschmerzen zutrifft.

Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und leichte krampfartige Magen-Dann-Störungen; Magenbeschwerden, beispielsweise durch mangelnde Bildung von‘Verdauungssäften sind die Anwendungsgebiete, die das BGA auf der Packungsbeilage der Standardzulassung für Zimtrinde nennt. Gegenanzeigen: Magen- und Darmgeschwüre. In der Schwangerschaft nicht anwenden.

  • So wird ein Tee aus Zimtrinde zubereitet: 1 Teelöffel Zimtrinde wird mit siedendem Wasser übergossen und 10 Minuten lang ausgezogen.  2 bis 3 Tassen Tee täglich zu den Mahlzeiten ist die empfehlenswerte Dosierung.

Anwendung als Gewürz: Zimt in Stangen oder als Pulver ist das Gewürz für die Weihnachts bäckerei, für Glühwein und Punsch, für Süßspeisen und Kompott. Von Feinschmeckern wird es auch als Würze für Geflügel, besonders für Gänse- und Entenbraten gebraucht. Man würzt damit - sparsam zwar - die Füllung und fördert auf diese Weise Duft und Geschmack des ganzen Bratens. Bestäubt man ganz sparsam Schinken, Koteletts (besonders vom Lamm) und Schnitzel vor dem Braten mit ein wenig Zimtpulver, so entfaltet sich dieses Gewürz in geradezu erstaunlicher Weise.

Zu gekochtem Fisch, Schweinebraten oder gekochtem Rindfleisch schmeckt Zimt vorzüglich. Und außerdem ist Zimt ein Bestandteil des heute so beliebten Curry.

Nebenwirkungen: Schäden, entstanden durch die Verwendung der Zimtrinde, sind nicht bekannt. Das reine ätherische Öl darf nicht überdosiert werden, da es in konzentrierter Form Haut und Schleimhaut reizt, Herzklopfen und Schweißausbrüche, auch Durchfälle verursachen kann.

0 Kommentare