Waldmeister

GALIUM ODORATUM (L.) SCOP. (ASPERULA ODORATA L.)

Rötegewächse‚ RUBIACEAE

Volksnamen: Gliedkraut‚ Herzfreund, Leberkraut‚ Maiblume, Maichrut, Maikraut, Mösch‚
Teekraut, Waldtee.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das blühende Kraut.

Drogenbezeichnung: Waldmeisterkraut = ASPERULAE HERBA (früher: HERBA ASPERULAE).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Der Waldmeister ist eine zarte Pflanze von 10 bis 20 (bis 30) cm Höhe. Im Erdboden mit einem kriechenden dünnen Wurzelstock verankert‚ entsendet er zahlreiche aufrechte, glatte vierkantige Stengel an die Erdoberfläche, die - in Quirlen angeordnet - lanzettliche Blätter tragen. Die Blättchen sind am Rand ein wenig rauh, kurz stachelspitzig, ganzrandig und kahl. Die weißen Blüten sind sternförmig und klein. Sie stehen in einer endständigen, verzweigten, lockeren Trugdolde. Besonders in angewelktem Zustand duftet die ganze Pflanze stark.

Blütezeit: Mai bis Juni.

Vorkommen: Wer den Waldmeister sammeln möchte, der muß in schattige Buchenwälder gehen. Dort wächst er mit Vorliebe. Man sagt, daß dort, wo viel Immergrün wächst, meist auch Waldmeister zu finden sei.

Waldmeister 2
Waldmeister 2

Ernte und Aufbereitung: Der Waldmeister muß zur Blütezeit gesammelt werden. Man schneidet das Kraut kurz über dem Erdboden ab, bündelt es und hängt es danach zum Trocknen an einem schattigen Ort auf. 

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Cumaringlykosid, das beim Trocknen Cumarin abspaltet, Asperulosid, ein Anthraglykosid, Bitterstoffe, Gerbstoffe und andere. 

Heilwirkung und Anwendung: Der Waldmeister wird recht vielseitig verwendet. Er gilt als wirksambei Leberstauungen, bei Darmstörungen und krampfartigen Zuständen. Meistens ist er Bestandteil verschiedener Teemischungen. Nur als Schlafmittel für ältere Leute wird er ohne Beimischungen gebraucht. 

  • So wird Waldmeister-Tee bereitet: 1 gehäufter Teelöffel Waldmeisterkraut wird mit 1/4 l kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen wird mit Honig gesüßt. Als Schlaftrunk soll der Tee unmittelbar vor dem Zubettgehen getrunken werden. 

Gegen die anderen obengenannten Beschwerden wirkt Waldmeister-Tee ungesüßt besser.  2 bis 3 Tassen Tee täglich ist dafür die richtige Dosierung.

Waldmeister als Hausmittel: Hier muß am Anfang die Waldmeisterbowle erwähnt werden, die - wie der Maiwein - nicht nur ein Genußmittel ist, sondern zur Frühjahrskur für das »müde« Herz erhoben wird. Sonst gilt Waldmeister in der Volksmedizin als probates Beruhigungsmittel, als Mittel gegen Migräne, Menstruationsbeschwerden, Leberstauungen, Schwermut und Wassersucht. Meist wird auch hier der Tee verwendet. Gelegentlich gebraucht man auch die gepulverte Droge, die mit Honig oder Mus vermischt gegeben wird: 1/2 Teelöffel davon eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen. 

Nebenwirkungen: Überdosierung führt zu Kopfschmerzen.

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