Vogelmiere

STELLARIA MEDIA (L.) VILL.

Nelkengewächse, CARYOPHYLLACEAE

Volksnamen: Alsine, Feldsternmiere. Hühnerbiß, Hühnerdarm, Hühnermiere, Mausdarm.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut.

Drogenbezeichnung: Vogelmierenkraut = STELLARIAE MEDIAE HERBA (früher: HERBA
STELLARIAE MEDIAE,SCIICHI Alsine = ALSINE MEDIA).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Die stark verästeiten Stengel der Vogelmiere, schwach und meist niederliegend, sind stielrund, einreihig behaart und bilden lockere grüne Rasen. Die Blätter sind unten lang-‚ oben kurzgestielt, sattgrün, ganzrandig und zugespitzt eiförmig bis lanzettlich-elliptisch. Sie sitzen gegenständig an den Stengeln. Die kleinen Blüten stehen in lockeren wenigblütigen Trugdolden. Sie besitzen schneeweiße Blütenblätter, die vom tief ausgeschnitten sind, und rot-violette oder purpurne Staubgefäße. 

Blütezeit: Die Vogelmiere blüht das ganze Jahr hindurch; bei einigermaßen erträglichen Bedingungen kennt sie keine Winterruhe.

Vorkommen: Auf Äckem, Gartenland, Schuttplätzen, an Wegrändern und auf Waldböden.

Vogelmiere 2
Vogelmiere 2

Ernte und Aufbereitung: Man sammelt das ganze Kraut im Frühling und trocknet es an der Luft.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Hauptwirkstoff ist ein Saponin (oder mehrere Saponine), der hohe Gehalt an Kalium ist bemerkenswert.

Heilwirkung und Anwendung: Hier zitiere ich Sebastian Kneipp, der die Vogelmiere (er nannte sie Hühnerdarm) in die Heilkunde einführte: »Man kann den Hühnerdarm recht passend ein Lungenkraut im eigentlichen Sinne des Wortes nennen, weil er auflösend und schleimauslösend wirkt und auch bei Blutbrechen und Bluthusten sowie bei Hämorrhoiden, bei Nieren- und Blasenverschleimung sehr gute Dienste leistet. Auch äußerlich ist der Hühnerdarm sehr wirksam bei offenen Schäden, Ausschlägen und alten, faulen Geschwüren. Mischt man ihm noch Spitzwegerich und Zinnkraut bei, so kann man damit große Erfolge erzielen.« 

  • So wird Vogelmieren-Tee bereitet: 2 Teelöffel Vogelmiere mit 1/4 L kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. 2mal täglich 1 Tasse warmen Tee trinken.
  • So wird eine Hustenteemischung mit Vogelmierenkraut bereitet: 

Vogelmierenkraut   10,0

Isländisch Moos   10,0

Spitzwegerichblätter   10,0

Zinnkraut   10,0

Tausendgüldenkraut   10.0

Thymian   10.0

Primelwurzel   10.0

Zubereitet wird dieser Tee genauso wie beim Vogelmieren-Tee angegeben. Gut warm, mit Honig gesüßt trinken.

Anwendung in der Homöopathie: Aus der frischen Pflanze wird die Urtinktur Stellaria media bereitet. Man gebraucht das Mittel vornehmlich in der zweiten Potenz (D2) bei akutem und chronischem Gelenkrheumatismus. wobei 2 bis 4 Tropfen alle 2 bis 3 Stunden verabreicht werden. Auch bei Leberschmerzen - so wird es im Schrifttum der Homöopathie berichtet könne man sich mit diesem Mittel Linderung verschaffen. 

Vogelmiere als Hausmittel: Alles, was Sebastian Kneipp mit dem Hühnerdarm, wie er diese Heil pflanze nannte, behandelt hat, wird in der Volksmedizin damit auch heute noch kuriert. Hinzu kommt, daß man entzündete Augen mit einer Abkochung der Vogelmiere auswäscht, zur Heilung und zur Stärkung der Sehkraft. - Und als erstes Grün oder Dauergrün, weil die Pflanze auch im Winter weiterwächst‚ nutzt man die Vogelmiere in der Küche zum Garnieren von Fleischgerichten und als Suppengrün.

Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

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