Violett

VIOLA TRICOLOR L.

Veilchengewächse, VIOLACEAE

Volksnamen: Ackerstiefmütterchen, Feldstiefmütterchen, Dreifaltigkeitsblümchen, Fäldänkeli;
Jesusli, Sammetblüemli, Schwägerli.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut.

Drogenbezeichnung: Stiefmütterchenkraut = VIOLAETRICOLORIS HERBA (früher: HERBA
VIOLAE TRICOLORIS).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Das Stiefmütterchen, von dem es zahlreiche Unterarten gibt, ist eine einjährige Pflanze, die etwa 20 bis 30 cm hoch wird. Der Stengel ist sparrig und mit lanzettlichen bis herzeiförmigen Blättern besetzt, die am Rand gesägt sind. Die Ansatzstellen der Blätter am Stengel sind begleitet von verhältnismäßig großen, leierförmig gespaltenen Nebenblättern. Die dem Gartenstiefmütterchen ähnlichen Blüten sind in der Farbe sehr unterschiedlich. Sie können rein gelb, blau, violett oder gemischtfarbig sein. Der Meinung, daß die blauviolett blühende Rasse am wirksamsten sei, kann ich mich nicht anschließen.

Blütezeit: Mai bis August.

Vorkommen: Das Stiefmütterchen kommt häufig auf Äckern, trockenen Wiesen und Gartenland vor. 

Stiefmütterchen 2
Stiefmütterchen 2

Ernte und Aufbereitung: Man sammelt das blühende Kraut, bündelt es und hängt es im Schatten zum Trocknen auf. Dieses sollte zur Schonung der Wirkstoffe möglichst schnell erfolgen. 

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Saponine, Schleim, Flavonoide, Vitamin C und Salicylsäureverbindungen sind die hauptsächlichen Wirkstoffe, die durch Gerbstoffe, Bitterstoffe und die anderen Inhaltsstoffe unterstützt werden. 

Heilwirkung und Anwendung: Dieser Heilpflanze ganz gerecht zu werden, ist schwierig. Fest steht, daß sie bei den verschiedensten Hautkrankheiten, vor allem bei Milchschorf und Ekzemen der Kleinkinder wirksam ist. Es hat sich herausgestellt, daß diese Heilpflanze auch bei Katarrhen der Luftwege, die mit Fieber einhergehen, bei denen trockener Husten im Vordergrund steht und eine mangelhafte Schleimsekretion zu beobachten ist, ausgezeichnet wirkt. Dennoch wird sie nur zögernd verordnet; es fehlt dem Stiefmütterchen an attraktiven Inhaltsstoffen.

Bei Hautkrankheiten der Säuglinge und Kleinkinder kann man Stiefmütterchen-Tee anstelle von Wasser für die Zubereitung der Nahrung erfolgreich verwenden. Größere Kinder und Erwachsene machen am besten eine Teekur: morgens und abends 1 Tasse Tee, etwa 8 Wochen lang. Danach kann man sogar Besserung hartnäckiger Akne beobachten. Auch Umschläge und feuchte Gesichtspackungen mit Stiefmütterchen-Tee sind erfolgversprechend. Bei Rheuma lohnt sich ein Versuch mit Stiefmütterchen-Tee ebenfalls. 

Das BGA billigt dem Stiefmütterchen-Tee die Verwendung bei leichten seborrhoischen (schuppenden) Hautkrankheiten wie etwa Milchschorf bei Kindern zu. 

  • So wird Stiefmütterchen-Tee bereitet:  2 Teelöffel Droge mit 1/4 L heißem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Man trinkt 3 Tassen Tee täglich. Man kann den StiefmütterchenTee auch zu gleichen Teilen mit Lindenblüten mischen und ihn dann in Erkältungszeiten regelmäßig zur Prophylaxe trinken.
  • So wird ein Blutreinigungstee mit Stiefmütterchen bereitet: 

Löwenzahnwurzel mit Kraut 15,0

Stiefmütterchen 10,0

Faulbaumrinde 10,0

Holunderblüten 5,0

Fenchelfrüchte 5,0

Schachtelhalm 5,0

1 gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 L heißem Wasser übergießen, 15 Minuten lang zugedeckt auf warmer Unterlage ziehen lassen.

Schluckweise und mäßig warm 2- bis 3mal täglich 1 Tasse Tee trinken. 

Anwendung in der Homöopathie: Das Homöopathikum Viola tricoloris wird aus der frischen blühenden Pflanze gewonnen. Verordnet wird es bei Hautausschlägen, trockenen und nässenden Ekzemen, Milchschorf und Juckreiz im Bereich der Scheide. Ein Versuch bei Rheuma ist lohnend, und wer unter Nachtschweiß in den Wechseljahren zu leiden hat, der kann Viola tricoloris ebenfalls probieren. Empfohlen werden die Uninktur (Ø) und das Mittel in der dritten Potenz (D3). Mehrmals täglich 5 bis 10 Tropfen sind die richtige Dosierung. 

Stiefmütterchen als Hausmittel: Gegen die verschiedensten Hautunreinheiten, besonders gegen Akne und die sogenannten Faulecken bei Kindern, gebraucht man Stiefmütterchen-Tee häufig; natürlich auch zur Blutreinigung und gegen Rheuma und Gicht. Dafür wird eine Teekur über einige Wochen empfohlen, während dieser Zeit werden bei Hautleiden auch Waschungen mit Stiefmütterchen-Tee angeraten. 

Nebenwirkungen: Es heißt, daß nicht alle Menschen den Stiefmütterchen-Tee gut vertragen. Bei manchen kommt es bei längerem Gebrauch zu allergischen Hautreaktionen, die aber nach dem Absetzen wieder verschwinden. Doch solche Fälle sind sehr selten.

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