Veilchen, Wohlriechendes

VIOLA ODORATA L.

Veilchengewächse, VIOLACEAE

Volksnamen: Märzveilchen, Marienstengel, Gesehen, Osterveigerl, Schwalbenblume.
Veicherln‚ Veieli. Viönli.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut.

Drogenbezeichnung: Veilchenkraut = VIOLAE ODORATAE HERBA (früher: HERBA VIOLAE 0130-
RATAE).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Im Boden ist das Veilchen mit einem kriechenden, sich ausbreitenden Wurzelstock verankert. Daraus entwickeln sich die Blühtriebe und Ausläufer. die sich bewurzeln können. Die Blätter der Pflanze sind herzförmig und gestielt. Der Blütenstengel trägt neben den Blüten, die tiefviolett, seltener weiß oder rötlich gefärbt sind und angenehm duften, gelegentlich kleine Nebenblätter. Die Frucht ist eine Kapsel mit kleinen Samen.

Blütezeit: März bis April (Mai).

Vorkommen: Vornehmlich an Zäunen, Hecken und an Waldrändern. 

Veilchen, Wohlriechendes 2
Veilchen, Wohlriechendes 2

Ernte und Aufbereitung: Das Kraut wird zur Blütezeit gesammelt und an der Luft getrocknet.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Saponine, Bitterstoffe, ein Glykosid, Salizylsäuremethylester und Odoratin, das blutdrucksenkend wirken soll.

Heilwirkung und Anwendung: Bei Halsentzündungen, Bronchitis mit festsitzendem Schleim und zur Blutreinigung verwendet man das Kraut des Wohlriechenden Veilchens. Man lobt es sehr als Linderungsmittel bei Keuchhusten, aber auch als Mittel gegen verschiedene Hautkrankheiten. Gebraucht wird der Tee sowohl innerlich als auch äußerlich zu Hautwaschungem.

  • So wird Veilchen-Tee bereitet: 2 Teelöffel Veilchenkraul wird mit 1/4 l Wasser übergossen‚ zum Sieden erhitzt und noch weitere 5 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen kann von dem Tee (bei Husten mit Honig gesüßt) 2- bis 3mal täglich 1 Tasse getrunken werden. 

Zum Gurgeln und zu Hautwaschungen ist er unverdünnt zu verwenden.

Verwendung in der Homöopathie: Aus der frischen blühenden Pflanze (ohne Wurzeln) wird das Homöopathikum Viola odorara bereitet, das bei Ohrenschmerzen, rheumatischen Gelenkerkrankungen, Asthma und Keuchhusten sowie gegen Hautunreinheiten verwendet wird. Man gebraucht die Urtinktur (Ø), verwendet das Mittel aber auch in den mittleren Dilutionen (D3 und D6), wovon man mehrmals täglich 5 bis 8 (bis 15) Tropfen gibt.

Veilchen als Hausmittel: Sowohl zur Blutreinigung als auch zur Behandlung hartnäckiger Bronchitis wird der Tee aus dern Wohlriechenden Veilchen in der Volksmedizin gebraucht. Beliebt ist hier auch ein Sirup. 

  • So wird Veilchen-Sirup bereitet: Man sammelt einen Tassenkopf voll frischer Veilchenblüten und gibt sie in eine Flasche. gießt 1/4 L heißes Wasser darüber und läßt den Ansatz 24 Stunden stehen. Dann wird abgeseiht. Die abgeseihte Flüssigkeit gießt man, nachdem man sie zum Sieden erhitzt hat. über eine neue Portion (1 Tassenkopf voll) Veilchenblüten und läßt ebenfalls 24 Stunden ziehen. Diesen Ansatz versetzt man nach dem Abseihen mit der gleichen Menge Honig und gibt ihn Kindern teelöffelweise gegen Husten. Gelegentlich werden Veilchenblüten auch als Nervenberuhigungsmittel empfohlen. Sie sollen frisch sein und werden mit Orangenmarmelade vermischt gegessen. - Auch Sebastian Kneipp hielt viel von dem Veilchen bei Husten und Lungenleiden, bei Atemnot und Kopfweh, bei Halsentzündungen (zum Gurgeln), aber auch bei Podagra (Gicht im Großzehengrundgelenk), wogegen er einen Absud in Essigwasser für Umschläge empfohlen hat. 

Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten.

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