Thymian

THYMUS VULGARIS L. UND THYMUS ZYGIS L.

Lippenblütengewächse, LAMIACEAE (LABIATAE)

Volksnamen: Demut, Echter Thymian‚ Gartenthymian, Immenkraut, Römischer Quendel, Welscher Quendel, Zimis.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile:  Das ganze blühende Kraut (ohne die Wurzeln). Gute Ware besteht nur aus den oberen Teilen blühender Triebe oder aus den abgerebelten Blättern. 

Drogenbezeichnung: Thymian : THYMI HERBA (früher: HERBA THYMI), Thymianblätter : THYMI FOLIUM (früher: FOLIATHYMI).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Ein kleiner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler, der 10 bis 40 cm hoch wird. Die aufrechten vierkantigen Stengel sind kurz behaart und mit kleinen, 4 bis 10 cm langen elliptischen kurz gestielten oder sitzenden Blättchen besetzt. Sie sind unterseits dicht graufilzig behaart, oberseits glatt und am Rand eingerollt. Die typischen Lippenblüten stehen in Ähren und sind blaßrötlich gefärbt. Die ganze Pflanze duftet stark aromatisch.

Blütezeit: (Mai) Juni bis August (September).

Vorkommen: Die Heimat dieser Heil- und Gewürzpflanze sind die Felsenheiden und immergrünen Buschwälder des Mittelmeerraums. Bei uns in Kulturen und Gärten gezogen, kommt sie nur gelegentlich verwildert vor.

Thymian 2
Thymian 2

Ernte und Aufbereitung: Man erntet das blühende Kraut, wobei man die Triebspitzen bevorzugt. Gebündelt oder ausgebreitet trocknet man an der Luft im Halbschatten. Wird bei künstlicher Wärme getrocknet, so darf die Temperatur (wie bei allen ätherischen Öldrogen) 35°C nicht übersteigen.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Ätherisches Öl mit Thymol (bis zu 50 %), Carvacrol, Borneol, Cymol, Pinen und andere‚ etwas Gerbstoff und Flavonoide. 

Heilwirkung und Anwendung: Der Hauptwirkstoff ist das ätherische Öl, weshalb der Pflanze eine krampflösende und desinfizierende Wirkung zukommt. Lunge und Bronchien, Magen und Darm sind die Organe, denen Thymian hauptsächlich Hilfe bringt.

Krampfartiger Husten (auch Keuchhusten) wird durch Thymian-Tee oder durch Auszüge aus der Heilpflanze in Form von Tropfen und Säften gestillt, chronische und akute Bronchitis werden gebessert und asthmatische Anfälle gemildert. Auf den Verdauungstrakt wirkt Thymian belebend. Der Appetit wird durch Thymian-Tee angeregt, die Speisen werden besser verdaut. Gärungserscheinungen und krampfartige Beschwerden werden beseitigt, übelriechende dünne Stühle normalisiert.

Bronchitis, Keuchhusten und Katarrhe der oberen Luftwege nennt das BGA als Anwendungsgebiete. 

Thymian wird als Tee allein verwendet. Er ist aber auch Bestandteil vieler Hustentees, kommt in Magentees vor, und ein Vollauszug aus der Droge ist wirksamer Bestandteil von Hustentropfen, Säften und Elixieren.

Ein Thymian-Bad ist bei Husten (vornehmlich Keuchhusten), Nervenschwäche, Rheuma und Darmbeschwerden angezeigt.

  • So wird Thymian-Tee bereitet: 1 gehäuften Teelöffel Thymiankraut mit 1/4 L Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, oder mit siedendem Wasser übergießen und 10 Minuten lang ausziehen; danach abseihen. 3 Tassen Tee täglich trinken, mäßig warm und bei Husten mit Honig gesüßt.

 

  • So wird das Thymian-Bad bereitet: 100 g Thymiankraut übergießt man mit 1 I kochendem Wasser‚ zieht 15 bis 20 Minuten lang aus, seiht ab und setzt die F lüssigkeit dem Vollbad zu.

Mein besonderer Rat: In den meisten Fällen wirken Teemischungen gegen Magenbeschwerden und gegen Krampfhusten besser: 

  • Magenteemischung mit Thymian: 

Thymiankraut  20‚0

Kümmelfrüchte  10‚0

Pfefferminzblätter  10,0

Tausendgüldenkraut  10,0

  • Hustenteemischung mit Thymian: 

Thymiankraut  20,0

Schlüsselblumenwurzel  10,0

Anisfrüchte  10,0

Spitzwegerichblätter  10.0

Sonnentau  10,0

Die Zubereitungsvorschrift ist für beide Tees die gleiche: 2 gehäufte Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 L kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. abseihen. Mäßig warm 3 Tassen Tee täglich trinken. Den Magentee nicht, den Hustentee mit Honig süßen. Diabetiker nicht süßen. 

Verwendung als Gewürz: Es ist verständlich, daß eine auf Magen und Darm wirkende Heilpflanze. die so köstlich duftet, auch als Gewürz Verwendung findet. Thymian ist das Gewürz für fette Speisen, die dadurch nicht nur geschmacklich bereichert, sondern vor allem leichter verdaut werden. Alles. was fett ist, verträgt Thymian, wobei nicht nur an fettes Fleisch gedacht ist, sondern auch an Bratkartoffeln oder Rühreier mit Speck, an fette Wurst und fetten Käse.

Zusammen mit Rosmarin und etwas Salz ergibt Thymian eine empfehlenswerte Gewürzmischung für fette Fleischeintöpfe.

Anwendung in der Homöopathie: Die Homöopathie bereitet aus der frischen blühenden Pflanze eine Urtinktur (Ø) und verwendet - zwar nur noch selten - das Mittel Thymus vulgaris in der ersten und zweiten Potenz (D1 und D2) bei Magenbeschwerden und Husten.

Thymian als Hausmittel: Im alten Ägypten baute man schon Thymian-Arten an, um damit die Leichenharze zu parfümieren. Man kann annehmen, daß man den Thymian damals auch schon arzneilich gebrauchte. Das taten auch die Griechen und Römer, wie man bei Plinius, Dioskorides und Theophrast nachlesen kann. Über die Alpen gelangte der Thymian jedoch erst im 11. Jahrhundert. Die ersten Belegstellen findet man in der »Physika« der Äbtissin Hildegard von Bingen und bei Albertus Magnus. Aus dem Kräuterbuch des P. A. Matthiolus (Prag 1563) schöpften alle folgenden Kräuterbücher und auch die Volksmedizin ihr Wissen, denn dort wird erstmals ausführlich über die »Krafft und Würckung« des Thymian berichtet. Die Anwendung in der Volksmedizin deckt sich mit dem, was im Abschnitt »Heilwirkung und Anwendung« mitgeteilt wurde. Darüber hinaus rühmt man Thymian als Mittel »zur Förderung der Monatsblutung« der Frau. empfiehlt ihn bei Akne und unreiner Haut und - mit viel Honig - als Kräftigungsmittel. Auch als Wurmmittel, gegen Kopfschmerzen und zum Gurgeln bei Halsweh und Heiserkeit wird Thymian in der Volksmedizin häufig gebraucht. - Aus dem ätherischen Öl mit dem Wirkstoff Thymol bereitet man einen Spiritus, der zur Wunddesinfektion und zum Einreiben bei Altersjucken gebraucht wird.

Nebenwirkungen: Thymol der wichtigste Wirkstoff aus dem Thymian kann zur Überfunktion der Schilddrüse Anlaß geben. Bei der Verwendung des Thymian als Tee ist das aber nicht zu befürchten. Überdosierungen sollte man jedoch vermeiden. Wer sich an die vorgeschlagenen Dosierungen hält, braucht Nebenwirkungen nicht zu befürchten.

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