Teufelskralle

HARPAGOPHYTUM PROCUMBENS (BURCH.) DC.
Pedaliengewächse, PEDALIACEAE

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die Wurzelknollen.

Drogenbezeichnung: (Südafrikanische) Teufelskrallenwurzel = HARPAGOPHYTI RADIX (früher: RADIX HARPAGOPHYTI).

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Die Heimat der Teufelskralle ist das südliche und südwestliche Afrika. Die dort lebenden Eingeborenen verwenden diese Droge schon seit langer Zeit.

Die Stammpflanze besitzt eine große knollige Wurzel, aus der zu Beginn der Regenzeit in jedem Jahr frische Triebe hervorbrechen‚ die etwa 1 m lang werden, flach auf dem Boden liegen und leuchtend rot gefärbte Blüten ausbilden‚ die in den Blattachseln sitzen. Daraus entwickelt sich die Frucht, die bald verholzt und lange verzweigte Arme bildet, die mit Widerhaken versehen sind. So erklärt sich wohl auch der Name Teufelskralle. 

Teufelskralle 2

Ernte und Aufbereitung: Teufelskrallen-Tee wird nicht aus der Frucht mit den kralligen Armen, sondern aus den Speicherknollen der Wurzeln gewonnen. Sie werden nach der Blütezeit gegraben und getrocknet.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Der Hauptwirkstoff ist Harpagosid, ein Glykosid. Daneben kommen andere Glykoside und Bitterstoffe vor.

Heilwirkung und Anwendung: Während die Eingeborenen Südafrikas die Teufelskralle bei Gallen-, Leber-, Nieren- und Blasenleiden verwenden, gebrauchen wir die Droge hauptsächlich bei Gelenkerkrankungen. Die Wissenschaftler haben festgestellt, daß sie besonders bei Arthrose, einem chronischen Gelenkleiden nichtentzündlicher Natur, wirksam ist. Da wir sonst gegen dieses so häufige Leiden kein wirklich wirksames Medikament haben, verdient die Teufelskralle Beachtung. Ihre Wirkung beruht in erster Linie auf der antiphlogistischen (entzündungshemmenden) Eigenschaft der Inhaltsstoffe. Es sind zwar noch viele Untersuchungen nötig, bis man den Wirkungsmechanismus genau erforscht hat, doch was bisher darüber bekannt ist, reicht aus, um mit dern Tee eine Langzeitbehandlung bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen zu versuchen. Die Erfahrung lehrt‚ daß nach einigen Wochen eine deutliche Schmerzlinderung zu beobachten ist. Da auch Einspritzungen aus Teufelskralle im Handel sind, versuchen Ärzte mit Erfolg, die Tee-Therapie solchemaßen zu unterstützen.

Auch bei Magen- und Darmstörungen wird die Teufelskralle eingesetzt. Es mehren sich die Erfahrungsberichte darüber, daß ein Tee aus Teufelskralle ein ganz hervorragendes Mittel gegen Störungen im Magen- und Darmtrakt ist. Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche und mangelhafte Galleausschüttung ließen sich demzufolge mit einem Tee aus Harpagophytum (Teufelskralle) erfolgversprechend behandeln.

  • So wird der Tee bereitet: Ein gehäufter Teelöffel Teufelskrallenwurzel wird mit 1/4 l siedendem Wasser übergossen und etwa 5 Stunden lang ausgezogen.

2 bis 3 Tassen Tee täglich ist die empfehlenswerte Dosierung.

Nebenwirkungen sind bei therapeutischer Dosierung nicht bekannt. - Nicht anwenden bei Magenund Darmgeschwüren.

Zusatz: Der Name Teufelskralle kann Anlaß zu Verwechslungen geben, denn man kennt bei uns zwei heimische Pflanzen, die ebenfalls diesen Namen führen= PHYTEUMA SPICATUM = Weiße Teufelskralle, PHYTEUMA NIGRUM = Schwarze Teufelskralle. Beide spielen als Heilpflanzen keine Rolle.

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