TeufelsabbiB

SUCCISA PRATENSIS MOENCH (SCABIOSA SUCCISA L.)

Kardengewächse, DIPSACACEAE

Volksnamen: Abbebis, Abbißkraut, Ackerskabiose, Satanswurz, Teufelswurz.
 

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut, auch die Wurzel.

Drogenbezeichnung: Teufelsabbißkraut = SUCCISAE HERBA (früher: HERBA SUCCISAE),
Teufelsabbißwurzel = SUCCISAE RADIX (früher: RADIX SUCCISAE).

Botanik: Aus dem etwa 1 cm dicken kurzen, mit zahlreichen Wurzeln besetzten Wurzelstock entwickelt sich eine Rosette elliptischer, meist ganzrandiger Blätter, aus deren Mitte die Stengel aufsteigen. Sie werden etwa 50 cm hoch und sind im oberen Teil zuweilen verzweigt. Nur wenige Laubblätter sitzen gegenständig angeordnet an dem schwach behaarten Stengel, an dessen Ende kugelförmige Blütenstände ausgebildet werden. Die kleinen Einzelblüten sind meist blau, seltener weiß oder rosa gefärbt.

Blütezeit: Juli bis September.

Vorkommen: Der Teufelsabbiß ist auf feuchten Wiesen und Waldlichtungen zu Hause. 

 

Teufelsabbiß 2
Teufelsabbiß 2

Ernte und Aufbereitung: Das Kraut muß zur Blütezeit gesammelt werden. Das Trocknen erfolgt gebündelt an schattigem Ort. Die Wurzeln gräbt man im Spätherbst und trocknet sie langsam und gründlich im Schatten oder auch an der Sonne. 

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Saponine, Gerbstoffe und Bitterstoffe. 

Heilwirkung und Anwendung: Wir kennen zahlreiche Heilpflanzen mit dieser Wirkstoffkombination, die alle leicht abführend und schwach wassertreibend wirken. Folglich werden sie Teemischungen beigegeben, die der sogenannten Blutreinigung dienen. Mit dem Teufelsabbiß ist das nicht anders. Wegen der Saponine ist er auch ein leichtes Expektorans (schleimlösendes Mittel). Die Schulmedizin hält sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Wirkung für zuwenig erforscht, so daß diese Heilpflanze mehr in der Volksmedizin von Bedeutung ist.

Teufelsabbiß als Hausmittel: Es ist interessant, was die mittelalterlichen Kräuterbuchautoren über diese Heilpflanze zu berichten wissen, denn gegen dieselben Beschwerden wird der Teufelsabbiß auch heute noch in der Volksmedizin verwendet. P. A. Matthiolus schreibt: »Teuffels abbiss soll bewert sein wider die Pestilentz / so manns in wein siedet /vnd daruon trinckt / auch die grüne gestossene bletter auff die drüse vberlegt. Gleich krafft hat die wurtzel, Gemelter tranck zertreibet auch das untergerunnen blutt im leibe / so sich vom stossen oder schlagen gesamelt hat. Diese wunzel gesotten / vnd daruon getruncken / hat ein besondere art zu stillen die weetage der mutter/ vnd die bauchwürme zu tödten. Das gebrannt wasser auss Teuffels abbiss / getruncken / dienet wider alle gebresten der brust / husten / heyserkeit / schweren athem / so sich von zähem schleim / vnd kalten flüssen erheben ...« Besonders gegen Husten versteht man in der Volksmedizin eine gute Arznei aus dem Teufelsabbiß zu brauen. Man bereitet sich einen Tee, entweder aus dem Kraut oder aus der Wurzel.

  • So wird Teufelsabbiß - Tee bereitet: 2 gehäufte Teelöffel Droge mit 1/4 L kaltem Wasser übergießen, erhitzen und etwa 1 Minute am Sieden halten. Dann wird abgeseiht. Diesem Tee fügt man so viel braunen Zucker hinzu‚ wie sich darin auflöst.

Zum Schluß werden noch 2 Teelöffel Honig zugegeben.

Von diesem Sirup sollen 3- bis 5mal täglich 2 Teelöffel genommen werden. 

Gegen Würmer wird der Tee ohne Zusatz getrunken, zur Blutreinigung trinkt man den Tee mit 1 Eßlöffel Obstessig vermischt.

Nebenwirkungen: Wenn man nicht überdosiert, sind keine Nebenwirkungen zu befürchten.

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