Sumpfdotterblume

  • frisch schwach giftig

CALTHA PALUSTRIS L.

Hahnenfußgewächse, RANUNCULACEAE

Volksnamen: Butterblume, Dotterblume‚ Kuhblume, Schmalzblume.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das Kraut.

Drogenbezeichnung: Sumpfdotterblumenkraut = CALTHAE PALUSTRIS HERBA (früher: HERBA
CALTHAE PALUSTRIS).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Die Sumpfdotterblume ist eine auffallende Frühlingspflanze‚ die leuchtend gelbe glänzende Blüten besitzt. Sie ist ausdauemd und wächst buschig. Alle Teile der Pflanze sind lebhaft grün und saftig. Aus einem kräftigen, sehr kurzen Wurzelstock entwickeln sich aus bereits im Herbst angelegten Knospen die Stengel, die oberwärts reich verzweigt sind und deren Enden mit den schon erwähnten leuchtenden Blüten geschmückt sind. Die Höhe ist unterschiedlich. Je nach Standort wird die Sumpfdotterblume 5 bis 30 cm hoch, das hängt davon ab, ob die Stengel aufsteigen oder niederliegen. Die Laubblätter sind sowohl grundständig als auch am Stengel ausgebildet. Sie sind herz— bis mierenförmig im Umriß und am Rand mehr oder weniger deutlich gekerbt bis gesägt. An der Unterseite tritt die Nervatur stark hervor.

Blütezeit: (März) April (Mai).

Vorkommen: Feuchte Wiesen und Gräben sind die Lieblingsstandorte der Sumpfdotterblume. Daß sie feuchte sumpfige Stellen bevorzugt, sagt schon der Name. 

Sumpfdotterblume 2
Sumpfdotterblume 2

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Saponine, Flavonoide, Anemonin, Cholin und in den Blüten zusätzlich Xanthophyll und Carotin.

Heilwirkung und Anwendung: Als Saponindroge könnte die Sumpfdotterblume ohne weiteres ihren Anwendungsbereich haben, doch gibt es über die mögliche Giftigkeit so viele einander widersprechende Angaben, daß hier große Zurückhaltung geübt wird. Das Anemonin wird als ätzender Stoff gefürchtet, doch weiß man, daß es beim Trocknen abgebaut wird. Außerdem werden frische Blätter in ganz jungem Zustand als Salat gegessen, ohne daß sie Schaden verursachen. Wenn von Vergiftungen berichtet wird, so handelt es sich dabei bestimmt nur um solche, die nach dem Verzehr größerer Mengen frischer Blätter entstanden sind. 

Aber da es wenig Klarheit gibt, muß hier mein Rat lauten: Finger weg von frischen Sumpfdotterblumen!

Anwendung in der Homöopathie: Das Homöopathikum Caltha palustris wird aus der frischen blühenden Pflanze bereitet. Man gibt das Mittel in den mittleren Verdünnungen (D3 bis D6) bei der sogenannten Bläschenflechte, bei Keuchhusten, Bronchialkatarrh und auch gegen Regelbeschwerden junger Frauen. Mehrmals täglich 5 bis 10 Tropfen ist die richtige Dosierung.

Sumpfdotterblume als Hausmittel: Als volkstümliches Heilmittel ist die Sumpfdotterblume nur noch wenig im Gebrauch. Da und dort findet sie Verwendung bei Galle- und Leberbeschwerden, was vermutlich auf die früher sehr beachtete Signaturenlehre zurückgeht, nach der eine Pflanze durch Form und Farbe zu erkennen gebe, wogegen sie gut und nützlich sei. Und die gelbe Farbe der Blüten wurde auf die Leber bezogen. Als Hustenmittel, zusammen mit Huflattich und Spitzwegerich, begegnet man ihr schon häufiger. Sehr beliebt sind die eingemachten Blütenknospen als appetitanregendes »Gewürz«. Dafür sammelt man im frühen Frühjahr die noch grünen Blütenknospen, legt sie in gesalzenes Essigwasser, um sie dann nach einigen Tagen - wie Kapern zum Würzen und als Beilage zu Eierspeisen zu reichen. - Vorsicht: Nicht überdosieren!

Nebenwirkungen: Über mögliche Vergiftungen und Nebenwirkungen wurde schon berichtet. Zusammenfassend muß festgestellt werden: Die Sumpfdotterblume gilt als schwach giftig, eine Selbstbehandlung mit ihr ist daher nicht zu empfehlen!

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