Stechapfel

  • sehr giftig

DATURA STRAMONIUM L.
Nachtschattengewächse, SOLANACEAE

Volksnamen: Asthmakraut, Donnerkugel, Dornkraut, Schlatkraut, Teufelsapfel, Zigeunerapfel.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die Blätter und die Samen.

Drogenbezeichnung: Stechapfelblätter = STRAMONII FOLIUM (früher: FOLIA STRAMONII), Stechapfelsamen = STRAMONII SEMEN (früher: SEMEN STRAMONII).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Der Stechapfel ist einjährig und ungemein schnellwüchsig. Er erreicht an günstigen Standorten eine Höhe von weit über 1 m. Er besitzt eine Pfahlwurzel und einen gabelästig verzweigten Stengel. In den Astgabeln stehen die gestielten Blüten einzeln. Die große trichterförmige Blüte ist weiß und hat 5 Blütenzipfel. Der Kelch ist fünfzähnig und am Grund etwas aufgeblasen. Die großen Früchte sind stachelig, kugelig oder eiförmig. Sie springen vierklappig auf und enthalten kleine schwarze Samen.

Blütezeit: Juni bis Oktober. Die Blüten öffnen sich am Abend und sind schnell verblüht.

Vorkommen: Die Heimat des Stechapfels ist Mexiko und das östliche Nordamerika. Er wächst in ganz Europa auf Schutt und Brachland, an Wegrändem, in Gärten und auf Feldern. 

Der Stechapfel ist sehr giftig und sollte nicht von Laien angewendet werden. Unglücksfälle passieren jedoch recht selten, weil die Pflanze nicht zum Verzehr einlädt. Die Vergiftungserscheinungen ähneln denen, die von der Tollkirsche hervorgerufen werden können, treten allerdings nicht in so starker Form auf: Kratzen im Hals, Erregung, Lähmungserscheinungen. Die Erste Hilfe muß  sofort erfolgen.

Stechapfel 2
Stechapfel 2

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Hyoscyamin, Atropin, wenig Skopolamin und weitere Nebenalkaloide.

Heilwirkung und Anwendung: Wenn man von Räucherpulvem und Asthmazigaretten absicht, so werden Stechapfelblätter nur noch in »verarbeitetem« Zustand (als Tinktur oder Extrakt) gebraucht. Auch aus den Samen wird eine Tinktur bereitet, die Bestandteil verschiedener Asthmatropfen ist. Doch es muß davor gewarnt werden, eine Selbstbehandlung mit dem Stechapfel zu versuchen, denn er ist in allen Teilen sehr giftig! Wenn auch die Wirkung jener der Tollkirsche sehr ähnlich ist, so gebraucht man den Stechapfel doch viel weniger: in der Hauptsache gegen Asthma und Krampfhusten. 

Anwendung in der Homöopathie: Die Homöopathie, die aus der frischen jungen Pflanze, zu Beginn der Blütezeit geerntet, ihre Uninktm bereitet, verwendet Datura bei hochgradig nervösen Reizzuständen in höheren Potenzen ab D6, sonst als D3 bis D6 auch bei Keuchhusten‚ Asthma und verschiedenen Neuralgien.

Stechapfel als Hausmittel: Es ist anzunehmen, daß man in der Antike unseren Stechapfel nicht kannte. Zu uns gelangte er nachweislich erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts aus Südrußland.  Der Wiener Hof- und Leibarzt A. von Stoerck (1731—1808) hat ihn in die Medizin eingeführt. In der Volksmedizin wurden in früheren Jahren vielerlei Tränke‚ Einreibungen und »Zaubersalben« aus dern Stechapfel gebraut, doch heute ist davon nichts mehr übriggeblieben. Nur gegen Asthma und Keuchhusten gebraucht die Volksmedizin noch weiterhin Stechapfelzubereitungen.

Nebenwirkungen: Alle Teile des Stechapfels sind wegen ihres Gehaltes an Alkaloiden giftig. Die Gefahr, sich versehentlich zu vergiften‚ ist nur gering, weil diese Pflanze, wie bereits gesagt, im Gegensatz zu den Früchten der Tollkirsche nicht zum Verzehr einlädt. Die Vergiftungen äußern sich (wenn auch in abgeschwächter Form) wie bei der Tollkirsche: Kratzen im Hals, Erregung, Lähmungserscheinungen. Erste-Hilfe-Maßnahmen müssen sofort erfolgen.

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