Senega (Klapperschlangenwurzel)

POLYGALA SENEGA L.

Kreuzblumengewächse, PoLYGALACEAE

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die Wurzel.

Drogenbezeichnung: Senegawurzel = SENEGAE RADIX (früher: RADIX SENEGAE), Senegaextrakt = SENEGAE EXTRACTUM (früher: EXTRACTUM SENEGAE), Senegasirup = SENEGAE SIRUPUS (früher: SIRUPUS SENEGAE).

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Die Pflanzenfamilie, zu der die Stammpflanze der Senega gehört, umfaßt etwa 700 Arten. Sie ist über die ganze Erde verbreitet; sieht man von den tropischen Formen ab‚ handelt es sich meistens um Kräuter. Die Polygala senega ist in Nordamerika zu Hause; sie wächst auch in Kulturen in Indien und im europäischen Rußland.

In ihrem Aussehen ist die Senega der bei uns heimischen POLYGALA VULGARIS (Bitteres Kreuzkraut) ähnlich. Aus einem Wurzelstock wachsen mehrere einfache Stengel mit zahlreichen Blättern, die unten schuppig, nach oben hin sitzend oder sehr kurz gestielt, lineal-lanzettlich, ganzrandig oder fein gesägt sind. Die blaßrötlichen Blüten stehen dicht gedrängt in einer zylindrischen Traube. Im Boden ist die Senega mit mäßig dicken Wurzeln verankert; von einer Hauptwurzel gehen mehrere Nebenwurzeln aus. Dieses Wurzelsystem bildet die Droge Radix Senegae.

Ernte und Aufbereitung: Im Herbst wird die Senegawurzel von Wildpflanzen geerntet. Man gräbt die Wurzel aus, befreit sie von anhaftender Erde und trocknet sie an der Luft. Der Handel unterscheidet zwischen der kleinen und der großen Senega. Die große Senega, die vornehmlich aus Kanada stammt, ist beliebter als die kleine Senega aus dem Süden.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Der Hauptwirkstoff iét ein Saponin, dazu Bitterstoffe, Schleim, Pektin und zahlreiche andere Inhaltsstoffe.

Heilwirkung und Anwendung: Einen Senega-Tee wird kaum noch ein Arzt verordnen. Doch galenische Zubereitungen aus dieser Droge werden häufig verwendet. Die Saponine, die sowohl mit Wasser als auch durch Alkohol (Tinktur) aus der Droge ausgezogen werden, entfalten ihre wohltuende Wirkung bei allen Erkrankungen der Atemwege, die mit zähem Schleim einhergehen, was auch das BGA anerkennt. Deswegen gibt es viele Hustensäfte, Hustentropfen und Hustenelixiere, die einen Auszug aus der Senega enthalten.

Mein besonderer Rat: Besonders wenn es um einen Tee geht, der hilft, zähen Schleim zu verflüssigen, um ihn besser abhusten zu können, ist Senega ein wirksamer Bestandteil. Eine Hustenteemischung, die sowohl Patienten mit chronischem Asthma, chronischer Bronchitis als auch Kindern mit Keuchhusten gute Dienste leistet, möchte ich hier empfehlen.

  • So wird die Teemischung bereitet:

Huflattichblätter 20,0

Thymiankraut 20,0

Senegawurzel 10,0

2 gehäufte Teelöffel dieser Mischung mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten zugedeckt ausziehen, danach abseihen. 2- bis 3mal täglich 1 Tasse Tee mit Honig gesüßt trinken.

Ganz besonders wichtig ist es, die erste Tasse noch vor dem Aufstehen zu trinken, um das morgendliche Abhusten zu erleichtern.

Anwendung in der Homöopathie: Die Homöopathie verwendet ihr Senega bei chronischen Bronchialkatarrhen besonders älterer Leute, bei Lungenemphysem mit Atemnot, Bronchialasthma und Keuchhusten. Empfohlen wird das Homöopathikum in der dritten und vierten Potenz (D3 und D4), wovon man alle 2 Stunden 5 Tropfen nehmen soll. Man kann auch die Urtinktur verwenden (bei Senega gleich D1), davon 10 Tropfen in ein Glas Wasser geben und stündlich einen kleinen Schluck davon trinken.

Nebenwirkungen: Wegen des hohen Saponingehaltes führt Überdosierung zu Reizerscheinungen im Magen- und Darmbereich. In gemischten Tees und anderen galenischen Zubereitungen braucht man Nebenwirkungen nicht zu fürchten. Senega-Abkochungen während der Stillzeit zur Anregung der Milchsekretion zu nehmen, wie das früher geschah, halte ich wegen der Reizwirkung für bedenklich.

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