Schwarzer Tee

CAMELLIA SINENSIS (L.) O. KUNTZE (THEA SINENSIS L.)

Teestrauchgewächse, THEACEAE

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Die Blätter.

Drogenbezeichnung: Schwarzteeblätter = THEAE NIGRAE FOLIUM (früher: FOLIA THEAE NIGRAE).

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Die Urheimat des Teestrauches läßt sich schwer bestimmen. Er ist in China eine alte Kulturpflanze, seit dem 18. Jahrhundert in Indien und Sri Lanka (Ceylon) zu Hause, seit dem 19. Jabrhundert in zahlreichen Gebieten großflächig angebaut.

Der Teestrauch kann bis zu 15 m hoch werden, doch wird er in Kulturen weit niedriger gehalten, um die Blatternte zu erleichtern. Dadurch ist die Kulturpflanze buschig verzweigt. Die Blätter sind glänzend und dunkelgrün, von länglich-eiförmiger Gestalt. Der Blattrand ist deutlich gesägt. Die Blüten mit 5 bis 6 weißen Kronblättern und zahlreichen gelben Staubgefäßen stehen einzeln, duften stark und erreichen eine Größe von 3 cm.

Ernte und Aufbereitung: Die jungen Triebe und jungen Blätter werden geerntet und nach den unterschiedlichsten Verfahren fermentiert.

Zunächst werden die geernteten Blätter in luftigen Kammern eingewelkt. Danach werden sie gerollt, wobei ein Teil des Zellsaftes austritt. Dann erfolgt die Fennentation, wobei sich das Aroma entwickelt und die Catechine in Gerbstoff-Rot umgewandelt werden. Nach der Fermentation werden die Blätter in Heißluft getrocknet und zum Versand verpackt. Dieses Endprodukt ist dann der gemeine Schwarze Tee.

Der gemeine Grüne Tee hingegen wird nicht fermentiert. Um die Enzyme zu inaktivieren, wird mit Wasserdampf unter Druck behandelt, um alsdann den Tee zu trocknen.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Coffein (= Thein), Theobromin, Theophyllin, Gerbstoffe, Flavonoide, Aromastoffe und etwa 300 weitere Verbindungen.

Heilwirkung und Anwendung: Der Teefreund wird den Schwarztee kaum als Arzneimittel ansehen, denn für die meisten Menschen ist er ein anregendes Genußmittel, dessen Zubereitung und Genuß auf die verschiedenste Weise erfolgt. Ein »kurzer Tee«, ein Aufguß, der nur kurze Zeit ausgezogen wird, wirkt anregender als ein »langer Tee«, den man länger ziehen läßt. Eigentlich genau das Gegenteil dessen, das man erwarten möchte, doch gibt es eine einleuchtende Erklärung hierfür. Das Coffein ist leicht in Wasser löslich und geht daher schon nach kurzem Ausziehen in das Getränk über, während erst bei längerem Ausziehen die Gerbstoffe in das Getränk gelangen. Diese wiederum verzögern die Aufnahme des Coffeins. 

Neben der anregenden Wirkung durch das Coffein spielen die Gerbstoffe eine Rolle bei der Behandlung von Durchfällen, so daß man den Schwarzen Tee durchaus einen Heiltee nennen darf.

  • Zur Behandlung von Durchfällen istfolgende Zubereitung geeignet: 1 gehäuften Teelöffel Schwantee mit 1/4 l siedendem Wasser übergießen und zugedeckt mindestens 10 Minuten lang ausziehen. 2 bis 3 (bis 4) Tassen Tee bei Bedarf oder täglich ist die rechte Dosierung.

Hält der Durchfall länger als 2 Tage an, muß ein Arzt zu Rate gezogen werden

Nebenwirkungen sind nicht bekannt, es sei denn, man verträgt das Coffein nicht. Überdosierungen sind zu vermeiden.

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