Sandelholz, Rotes

PTEROCARPUS SANTALINUS L. F.
Schmetterlingsblütengewächse, FABACEAE (LEGUMINOSAE)

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Das vom Splint befreite rote Kernholz.

Drogenbezeichnung: Rotes Sandelholz = SANTALI LIGNUM RUBRI (früher: LIGNUM SANTALI RUBRUM).

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Wild und auch in Kulturen gezogen kommt die Stammpflanze, ein stattlicher Baum, in Indien, auf Ceylon und den Philippinen vor.

Pterocarpus santalinus wird bis über 8 m hoch, trägt gefiederte Blätter, deren Fiederblättchen bis 10 cm lang werden. Die Schmetterlingsblüten sind gelb und rot geadert.

Ernte und Aufbereitung: Durch Fällen der Bäume und Abschälen des hellen Splintholzes gewinnt man die Droge, die nur aus dern dunkelroten Kernholz besteht. Sie kommt in größeren Blöcken oder Scheiten in den Handel und wird dann zerkleinert. Sandelholz ist seidig-glänzend‚ geruchlos, höchstens beim Zerreiben schwach aromatisch riechend, geschmacklos und leicht spaltbar.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Der wichtigste Inhaltsstoff ist das feinkristalline Santalin, ein roter Farbstoff. Daneben findet man noch andere Farbstoffe und mit diesen chemisch verwandte farblose Substanzen. Wirkstoffe im eigentlichen Sinne sind sie nicht.

Heilwirkung und Anwendung: Ich meine, man kann dem Sandelholz keine medizinische Wirkung bescheinigen, was auch das BGA bestätigt, das diese für nicht belegt ansicht.

Dennoch war das Sandelholz immerhin bis vor nicht allzu langer Zeit in jeder Apotheke vorrätig. Man gebrauchte das Sandelholz wegen seiner schönen roten Farbe als schmückende Beigabe zu vielen Tees, besonders zu den zahlreichen sogenannten Blutreinigungstees. Man billigte ihm sehr schwach wassertreibende Wirkung zu. Heute, da man den Tees wieder recht positiv gegenübersteht, ist auch das Sandelholz wieder im Kommen, denn gut aussehende Teemischun gen werden lieber gekauft als »farblose«. Ein Unsinn freilich, doch soll man dem Teefreund ruhig das rote Sandelholz lassen. Es wird ohnehin nur als Zusatz verwendet — und Schaden kann es nicht anrichten. Wer also die kleinen Holzstückchen, seidig-glänzend und blutrot, in einer Teemischung entdeckt, der darf sich ruhig daran erfreuen.

Nebenwirkungen: Nach den obigen Ausführungen erübrigt sich fast die Aussage, daß Nebenwirkungen nicht zu befürchten sind.

Zusatz: Das wohlriechende weiße (gelbe) Sandelholz ist botanisch mit dem roten Sandelholz nicht verwandt. Es stammt von der Santalacee SANTALUM ALBUM L., einem Baum, der im indisch-malaiischen Gebiet heimisch ist. Auch von ihm wird nur das Kemholz gebraucht; es enthält ein nach Rosen duftendes ätherisches Öl, das in der Parfümindustrie Verwendung findet.

Trotz seiner leicht desinfizierenden Wirkung auf die Niere und die ableitenden Harnwege ist das Öl edizinisch ohne Bedeutung.

0 Kommentare