Cactus (Königin der Nacht)

SELENICEREUS GRANDIFLORUS (L.) BRITT. ET ROSE (CEREUS GRANDIFLORUS [L.] MILL.)
Kaktusgewächse, CACTACEAE

Volksnamen: Königin der Nacht, Schlangencereus‚ Schlangenkaktus‚

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Junge Stengel und Blüten.

Drogenbezeichnung: Cactus = CACTUS.

Botanik: Vorkommen und Pflanzenbeschreibung: Vertreter der Cactaceae sind fast ausschließlich in Amerika zu Hause, hauptsächlich in den Wüsten und Halbwüsten Mexikos, auf Kuba und im Süden der Vereinigten Staaten, außerdem auf Jamaika. Im tropischen Amerika wird die Königin der Nacht viel kultiviert. Sie kommt hier auch verwildert vor.

Ihren Namen verdankt die Pflanze der Tatsache, daß sie ihre Blüten nur einmal zwischen 21 und 22 Uhr öffnet, um sie am nächsten Morgen etwa zwischen 2 und 3 Uhr für immer zu schließen. Mit Hilfe ihrer Luftwurzeln steigt sie an Felsen, Wänden und Mauern auf, verzweigt sich mit ziemlich dünnen, oft gebogenen vier- bis achtkantigen Ästen weitschweifig. Die stark nach Vanille duftenden Blüten werden 18 bis 25 cm lang und sind geöffnet 15 bis 27 cm breit, außen braungelb, in der Mitte hellgelb und innen weiß. Die Blütenblätter umschließen ein Büschel fadenförmiger Staubgefäße. Die Kanten der Stengel sind in Abständen von etwa 2 cm mit Büscheln aus 6 bis 8 etwa 2 mm langen Stacheln bewehrt.

Cactus 2

Ernte und Aufbereitung: Die Homöopathie gebraucht bei uns die größte Menge dieser Droge und zieht sich die Heilpflanze in Treibhäusern selbst heran, weil die homöopathische Urtinktur (Ø) aus frischen Stengeln und Blüten (Caules et flores recentes) bereitet werden muß. Aber zur Bereitung allgemeiner Auszüge verwendet man auch Importware, die sorgfältig untersucht werden sollte, weil sie häufig mit OPUNTIA VULGARIS (Feigenkaktus) verfälscht wird.

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Die Wirkstoffe sind noch so wenig erforscht, daß keine exakten Angaben gemacht werden können. Man hat von einem Alkaloid berichtet, einen herzwirksamen Stoff als Glykosid nachgewiesen, verschiedene Harze gefunden‚ doch immer betont, daß die Gesamtheit der Inhaltsstoffe für die Wirkung verantwortlich zu machen sei.

Heilwirkung und Anwendung: Die Droge selbst findet als Tee keine Verwendung, doch eine Reihe von Fertigpräparaten zur Aktivierung des Kreis laufs, zur schonenden Behandlung leichter Unregelmäßigkeiten am Herzen enthalten Gesamtauszüge aus der Droge. Die arzneiliche Verwendung der Pflanze ist schon weit über hundert J ahre alt. Sie wurde von Rubini im J ahre 1864 durch seine Schrift »Patogena del Cactus grandiflores« (Napoli 1864) eingeleitet. Viele Berichte aus Klinik und Praxis bestätigen der Königin der Nacht eine günstige Wirkung bei Angina pectoris, Herzmuskelschwäche und verschiedenen anderen Unregelmäßigkeiten am Herzen, besonders bei der sogenannten Extrasystolie - doch ebenso werden auch Zweifel bezüglich der Wirksamkeit geäußert.

Anwendung in der Homöopathie: Das Homöo pathikum Cactus erfreut sich großer Beliebtheit bei Herzschwäche, Herzneurosen, Druckgefühl am Herzen und Angina pectoris. Darüber hinaus versucht man Cactus auch bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und krampfartigen Schmerzen sowie bei Periodenschmerzen.  Die Potenzierungen D2 und D3, aber auch die Urtinktur (Ø) sind die häufigsten Anwendungsformen dieses Homöopathikums.

Nebenwirkungen: Man kennt keine Nebenwirkungen des Homöopathikums.

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