Beinwell

SYMPHYTUM OFFICINALE L.
Borretschgewächse, BORAGINACEAE

Volksnamen: Beinwurz, Bienenkraut, Chüechlichrut, Eselohrwurzel, Hasenlaub, Honigblum,
Kuchenkraut, Schmalwurz, Schwarzwurz,
Speckwurz, Wallwurz, Wottel und Zottel.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Der Wurzelstock.

Drogenbezeichnung: Beinwellwurzel(Stock) = SYMPHYTIRADIX (früher: RADIX SYMPHYTI oder
RADIX CONSOLIDAE genannt).

Botanik: Pflanzenbeschreibung: Aus einem dicken saftigen, außen schwarzen, innen weißen Wurzelstock entspringen verästelte Stengel, die 50 cm bis 1m hoch werden und lanzettliche, in den Blattstiel verschmälerte rauh-behaarte Blätter tragen. Die rot-violetten, manchmal gelblichweißen glockigen Blüten sitzen in überhängenden Trauben.

Blütezeit: Mai bis September.

Vorkommen: Bevorzugt an feuchten Stellen an Waldrainen, an Gräben und Bachufern, auf Äckern, Wiesen und in Gebüschen; bei uns wie auch in ganz Europa recht häufig.

Beinwell 2
Beinwell 2
Ernte und Aufbereitung: Entweder im März, April, Mai, also im Frühjahr, oder im späten Herbst, gräbt man die Wurzelstöcke, befreit sie von anhaftender Erde, schneidet sie der Länge nach durch, reiht sie auf Schnüre und hängt sie zum Trocknen auf. 

Inhaltsstoffe (Wirkstoffe): Allantoin, Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamin B12, Schleim, Stärke, verschiedene Pflanzensäuren, Triterpene und mehrere Pyrrolizidinalkaloide. 

Heilwirkung und Anwendung: Schon die Äbtissin Hildegard von Bingen und Paracelsus benutzten den Beinwell zur Heilung von Knochenschäden, Wunden und Geschwüren. Ganz erstaunlich sind die Heilerfolge, wenn man die Wunden mit Umschlägen aus der Beinwellwurzel behandelt, selbst da, wo die sonst üblichen Mittel versagt haben, zum Beispiel bei chronischen Eiterungen infolge von Knochenmarksentzündungen, bei den sogenannten offenen Beinen und bei Zellgewebsentzündungen. Man macht mit Recht das Allantoin für diese Wirkung verantwortlich. Diese Substanz löst Wundsekrete auf, verflüssigt Eiter und regt zur Granulation (Gewebeneubildung) an. Keine andere Pflanze enthält so viel Allantoin wie Beinwell. Nach heutigem Kenntnisstand muß man auf diese Anwendung verzichten (siehe »Nebenwirkungen«). (Übrigens wird das Allantoin auch von Fliegenmaden ausgeschieden, M. Robinson hat damit vor über 40 Jahren in den USA aufsehenerregende Heilungen erzielt.)

Knochenbrüche, Zerrungen, Verstauchungen und Verrenkungen sprechen auf Umschläge mit Beinwell an, was auch das BfArM bestätigt. Schwellungen gehen zurück, Schmerzen werden beseitigt. Auch Beinwellsalben haben sich bewährt.

  • So wird der Beinwell-Auszug für Umschläge bereitet: 100 g Beinwellwurzel in 1 L Wasser etwa 10 Minuten lang kochen, danach abseihen. Mit der so gewonnenen Flüssigkeit werden warme Umschläge gemacht (siehe »Nebenwirkungen«).

Anwendung in der Homöopathie: Das Homöopathikum Symphytum wird aus der frischen, vor der Blüte gegrabenen Wurzel bereitet. Zur innerlichen Anwendung ist das Mittel in der sechsten Potenz (D6) erlaubt. Man gibt 3- bis 5mal täglich 5 bis 10 Tropfen bei Knochenbrüchen zur Anregung der Kallusbildung, bei stumpfen Verletzungen, schlecht heilenden Wunden, Durchblutungsstörungen und zusätzlich auch bei Arthrosen und Gelenkschmerzen.

Beinwell als Hausmittel: Was bereits über die Anwendung von Beinwell gesagt wurde, gilt auch für die Volksmedizin.

Nebenwirkungen: Wegen der Toxizität (Giftigkeit) der Pyrrolizidinalkaloide muß auf die innerliche Anwendung der Beinwellwurzel verzichtet werden. Äußerlich ist eine Behandlung nur bei intakter Haut angezeigt (laut BfArM). Nicht anwenden in der Schwangerschaft!

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